Der Lehrstuhl für Ergonomie am Institut für Produktionstechnik beschäftigt sich vor allem mit der Gestaltung und Bewertung von Mensch-Maschine-Interaktionen und der anthropometrischen Auslegung technischer Systeme. Hier spielen die Sicherheit, Nutzungseffizienz und die Zufriedenheit des Nutzers bzw. die Akzeptanz in allen Nutzungsszenarien eine wichtige Rolle.
Die Forschungsaktivitäten gewinnen vor dem Hintergrund der gegenwärtigen demografischen und wirtschaftlichen Entwicklungen eine zunehmende Bedeutung, da die Qualität der ergonomischen Gestaltung und die Freude an der Benutzung für viele Produkte im globalen Wettbewerb immer wichtiger werden. Das gilt sowohl für Konsumgüter als auch für Maschinen im Produktionsumfeld und vor allem für das Automobil. Es erweist sich als wichtiges Anwendungsfeld für die ergonomische Forschung, da hier durch die heterogene Nutzergruppe, das anspruchsvolle Produkt und die unbedingt zu beachtenden Sicherheitsanforderungen eine besondere Konstellation gegeben ist.
Im Zuge der Tendenzen zu einer „Humanisierung der Arbeit“, durch welche die 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gekennzeichnet waren, wurde wie in vielen anderen Hochschulen Deutschlands auch an der damaligen Technischen Hochschule München die Arbeitswissenschaft etabliert, indem 1962 in der Fakultät für Allgemeine Wissenschaften das Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitspädagogik unter Leitung des vom Max-Planck Institut für Arbeitsphysiologie kommenden Prof. Dr. rer. nat. H. Schmidtke und zwei Jahre später in der Fakultät für Maschinenwesen das Institut für Arbeitsphysiologie unter Leitung von Prof. Dr. med. Müller-Limmroth zunächst primär für den Studiengang „Arbeits- und Wirtschaftswissenschaftliches Aufbaustudium“ eingerichtet wurde. Schon kurze Zeit später beantragte Prof. Schmidtke die Umbenennung in „Institut für Ergonomie“ und berücksichtigte so die von ihm favorisierte Forschungsintention. Nach der Emeritierung von Prof. Müller-Limmroth wurde 1988 das Aufgabengebiet und die verbliebenen Mitarbeiter der Arbeitsphysiologie in den von Prof. Schmidtke geleiteten Lehrstuhl überführt und der so geschaffene Lehrstuhl für Ergonomie (LfE) im Institut für Produktionstechnik der Fakultät für Maschinenwesen integriert. 1993 übernahm Prof. Dr. rer. nat. H. Bubb den Lehrstuhl und erweiterte die Forschungsthemen um die Produktergonomie und menschliche Zuverlässigkeit. Seit 2009 leitet Prof. Dr. phil. Klaus Bengler den Lehrstuhl.
Zugleich wurde der Lehrstuhl um das Extraordinariat „Sportgeräte und –materialien“ von Prof. Dr.-Ing. Veit Senner erweitert.
Diese Kombination aus Qualifikationen und Interdisziplinarität stellt ein weltweites Alleinstellungsmerkmal des Lehrstuhls dar, der damit ein breites Feld menschlicher Aktivitäten von Mobilität über Produktion bis hin zu Sport und Erholung abdeckt.
Das Forschungsteam des Lehrstuhls ist in drei Gruppen organisiert, die sich mit Anthropometrie/Biomechanik, Systemergonomie und Menschlicher Zuverlässigkeit/Kognitiver Modellierung beschäftigen. Die Forschungsgruppen beschäftigen sich sowohl mit grundlegenden Fragestellungen als auch dem Transfer ihres Wissens in Kooperationsprojekten in verschiedene Anwendungsfelder (z.B.Automotibil, Luftfahrt, Prozessüberwachung, Produktion und Fertigung). Das Forschungsteam ist in seiner Struktur außerordentlich interdisziplinär zusammengesetzt and in interdisziplinären Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Universitäten vernetzt. Die Projekte des Lehrstuhls für Ergonomie werden sowohl von Forschungspartnern unterstützt als auch national und international gefördert.
Diese Frage beantworten wir Ihnen in diesem Artikel.